Apotheker ohne Grenzen e. V.

Juni 2018 - Seit der Gründung im Jahr 2000 engagiert sich Apotheker ohne Grenzen e. V. weltweit für die Verbesserung von Gesundheitssystemen – aktuell in: Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Ihre Fachkompetenz ist in vielen Facetten vor Ort gefragt u. a.: Schulungen von Mitarbeitern und der Bevölkerung, enge Zusammenarbeit mit lokalen NGOs, Einkauf qualitativ hochwertiger Arzneimittel, pharmazeutische Beratung bei der Abgabe der Medikamente an Patienten und Organisation der Lagerhaltung.

Die apoBank-Stiftung unterstützt mit je 10.000 € aktuell zwei Projekte von Apotheker ohne Grenzen, die beide auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung vor Ort abzielen:


Gesundheitsversorgung in Mexiko

In Mexiko leben über 50 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Betroffen sind insbesondere ländliche Gebiete mit schwacher Infrastruktur wie zum Beispiel in den Bundesstaaten Guerrero, Puebla, Oaxaca  und Chiapas. Die abgeschiedene Lage vieler indigener Gemeinden in den Bergen zieht zahlreiche Hindernisse für die Gesundheitsversorgung nach sich: Transportwege und Straßen sind in einem schlechten Zustand. Manche Orte sind nur zu Fuß erreichbar. Die Kommunikation ist schwierig, das Telefonnetz instabil.

Auf Grund von Infektionskrankheiten und mangelnder Hygiene ist die Kindersterblichkeit unter den Indios doppelt so hoch wie in der restlichen Bevölkerung. Die Lebenserwartung liegt ebenfalls deutlich unter dem Landesschnitt von 77 Jahren. Ein Großteil der indigenen Bevölkerung lebt in ärmsten Verhältnissen: Medikamente und medizinische Betreuung können sich diese Menschen nicht leisten, die staatliche Versorgung in den ländlichen Gebieten ist unzureichend.

Deshalb engagiert sich Apotheker ohne Grenzen in der Gesundheitsversorgung der indigenen Bevölkerung in Mexiko, hilft bei der Ausbildung von Gesundheitshelfern, sogenannten ‚Promotores de Salud‘ und beim Bezug von Arzneimitteln.


Gesundheitsversorgung in Argentinien

Die vielseitige Hilfe der AoG in Argentinien wurde 2002 als Folge der Wirtschaftskrise gestartet: In verschiedenen Slums stehen die Versorgung mit Arzneimitteln, der Bau funktionsfähiger Apotheken in Gesundheitszentren in Elendsvierteln, umfangreiche Renovierungsarbeiten der Gesundheitszentren, Zahnhygieneprojekte für Kinder, Detektion und Behandlung der Chagas-Krankheit (amerikanische Schlafkrankheit), sowie Präventionsarbeit, Schulungen und Ausbildung im Gesundheitsbereich auf dem Programm.

Die Wirtschaftskrise von 2002 hat Argentinien radikal verändert. Viele Bürger der Mittelschicht fanden sich plötzlich ohne Erspartes und ohne Arbeit wieder. Die wirtschaftliche Erholung der darauffolgenden Jahre erreichte die ärmeren Schichten nicht: Die Slums wachsen seit Jahren.

Das öffentliche Gesundheitssystem der Provinz Buenos Aires hat massive Schwierigkeiten: Ende Februar 2008 wurde es vom damaligen Gouverneur als „administrativer Notfall“ eingestuft. In den öffentlichen Krankenhäusern und in den Gesundheitszentren der Armenviertel fehlen seit Jahren Fachpersonal, Arzneimittel und Ausrüstung.


Möchten Sie mehr über die Arbeit von Apotheker ohne Grenzen erfahren? Informieren Sie sich gerne auf deren Internetseite.