Klassenräume für die Mwendakwisano Community School

Baupläne der 3-Block-Schule

Über die Hälfte der Schüler im Dorf Mwendakwisano in der Region Mfuwe konnte bis 2017 nicht unterrichtet werden. Ein Schulgebäude wurde dringend benötigt. Die apoBank-Stiftung hat seit 2015 die regionale Hilfsorganisation 'Luangwa Project' bei der Errichtung, Ausstattung und dem laufendem Betrieb unterstützt.

Die Region Mfuwe - ohne Schulbildung keine Arbeit

In der Region gibt es nicht genug Arbeitsplätze - gerade für ungelernte Kräfte. Schulbildung ist die Voraussetzung für Qualifikation. Doch aufgrund von Armut und starkem Bevölkerungswachstum reicht das Angebot nicht aus: Die in staatlichen oder privaten Schulen erhobenen Gebühren können oft nicht bezahlt werden. Nur der Besuch von Dorfschulen ist kostenfrei - dementsprechend vernachlässigt sind die Schulen, wenn vorhanden. In vielen Fällen fehlt diesen von der Dorfbevölkerung errichteten 'Community Schools' Grundlegendes, wie beispielsweise Strom, Wasser oder Mobiliar.

Das 'Luangwa Project' fördert Schulbildung

Um die Schulbildung in Mfuwe zu fördern und zukünftige qualifizierte Arbeitskräfte - auch vor Ort - zu gewinnen, wurde die Hilfsorganisation 'Luangwa Project' ins Leben gerufen. Sie unterstützt seit 2009 die schulische Infrastruktur in der gesamten Region, baut bzw. erweitert Schulen und begleitet sie in ihrer Entwicklung.

Der Tourismus unterstützt indirekt

'Luangwa Project' wurde von Menschen gegründet, die Touristen am Rande des Nationalparks beherbergen und u. a. Safaris anbieten. Sie sammeln Geld über einen festen Zuschlag auf die Unterkunftspreise. Zusätzliche Spenden sind notwendig, um das Geschaffene zu erhalten. Beamte der Schulbehörde haben sich dem Projekt angeschlossen und tragen zum Erfolg bei. Ebenso wird eng mit den gewachsenen Strukturen aus der Bevölkerung wie zum Beispiel Dorfvorstehern oder 'Regional chiefs' zusammengearbeitet. Gemeinsam wird die Situation analysiert, Bedarf recherchiert und Ziele gesetzt.

Erste Erfolge bei der Alphabetisierung

Die Alphabetisierungsrate konnte in den letzten Jahren auf knapp über 70 Prozent gesteigert werden. In abgelegenen Gebieten müssen die Schüler jedoch oft zwei bis drei Stunden Schulweg auf sich nehmen. Zudem können viele Kinder nicht zur Schule gehen, weil die Eltern das staatliche Schulgeld nicht aufbringen können.  

Dringend Hilfe für kommunale Schule in Mwendakwisano benötigt

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Berufsausbildung und Früherziehung sowie die Organisation 'Luangwa Project' haben den Bedarf in der Region Mfuwe ermittelt. Das Ergebnis: Die Dorfschule in Mwendakwisano war viel zu klein. Es fehlten drei weitere Klassenräume. Außerdem wurden eine Toilettenanlage und ein Haus für Lehrer benötigt - die fehlende Unterkunft war ein Grund mehr dafür, dass Schulen in entlegenen Gegenden wie Mwendakwisano keine Lehrer bekommen haben.

Tatkräftige Unterstützung

Die Schulbehörde hatte bereits zugesagt, Lehrer nach Mwendakwisano zu senden, sobald das neue Gebäude bezugsfertig wäre. Vier Hilfskräfte aus Mwendakwisano wurden ausgewählt, welche die Lehrer während des Unterrichts und bei der Kinderbeaufsichtigung unterstützten.

Für die professionelle Umsetzung des Bauprojektes waren engagierte Fachleute verantwortlich, die auf Grund ihrer Erfahrung Projekte steuern, Bauten planen und, in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern, koordinieren konnten.

Stein für Stein bei Feuchtigkeit und 40 Grad Hitze

Im Frühsommer 2015, nach dem Ende einer langen Regenzeit, hat das 10-köpfige Team unter der Aufsicht von Dave Hopson als Ansprechpartner von 'Project Luangwa' und seines Bauleiters Michael Mwanza mit den Bauarbeiten begonnen.

Die klimatischen Bedingungen, unter denen das neue Gebäude entstanden ist, waren eine große Herausforderung: Da die Bauarbeiter nicht im Schatten arbeiten konnten, wurden die körperlich anstrengenden Arbeiten bereits im August und September erledigt.

apoBank Mitarbeiter vor Ort

Direkte Unterstützung vor Ort haben 8 Mitarbeiter der apoBank geleistet und mehrere Wochen bis Monate in Sambia verbracht. Sie haben für die apoBank-Stiftung die Fortschritte beim Bau des neuen Schulgebäudes begleitet - und selbst mit angepackt: "Die Leistung der Bauarbeiter in den zurückliegenden drei Monaten ist enorm - ohne größere maschinelle Unterstützung sind die Bauarbeiter ganz auf ihre Teamarbeit, körperliche Kraft und Erfahrungswerte angewiesen." so die Kollegen Roßner und Nickl aus München bzw. Nürnberg. Auch beim Bau des ersten Spielplatzes in der weiten Umgebung unsere Kollegen auf die Erfahrungen und die Unterstützung des Teams zurückgreifen.

Eine Initiative mit exzellentem Ruf

Die lokale Begeisterung für die Baumaßnahme war riesig - vom Ministerium über die Schulbehörde bis hin zur Dorfbevölkerung und dem 'Regional chief' Kakumbi haben alle hinter unserer Initiative gestanden. Kein Wunder:  'Project Luangwa', die regionale Hilfsorganisation, die die apoBank-Stiftung mit dem Schulbau beauftragt hatte, genießt zu Recht einen exzellenten Ruf - in Sambia und über die Grenzen des Landes hinaus.

Die offizielle Eröffnung

Am 1. November 2016 fand die offizielle Eröffnung der Schule statt, begleitet von einer zeremoniellen Feier und einer Ansprache von District Comissioner Caroline Mwanza. Der damalige Vorstandsvorsitzende der apoBank, Herbert Pfennig, war vor Ort und wurde stellvertretend für die apoBank-Stiftung geehrt. Gelobt wurde insbesondere der persönliche Einsatz der Helfer vor Ort, die mit hohem Enthusiasmus ein bleibendes Vermächtnis für die Kinder geschaffen haben.

Wie geht es weiter?

Ein wichtiger Meilenstein, um den Kindern der Region den Start in ihre schulische und berufliche Laufbahn zu erleichtern ist gelegt: Der Schulbau ist abgeschlossen, das erste Schuljahr erfolgreich absolviert, die Gehälter der benötigen Lehrer für die nächsten Jahre werden von der apoBank-Stiftung weiterhin getragen.

Nun soll eine Brücke zur medizinischen Versorgung geschlagen werden. Hierzu ist zuerst eine Recherche zur Situation vor Ort angedacht. Aus den Ergebnissen sollen dann erste Maßnahmenvorschläge abgeleitet werden, wie und wo die apoBank-Stiftung weiter ansetzen könnte. Wir halten Sie hier darüber auf dem Laufenden.